Große Zecken-Plage für 2018 erwartet

Neue FSME-Risikogebiete in Deutschland und weiteren Urlaubsländern

Vorsicht: Die Zecken-Gefahr für Hunde und Menschen könnte dieses Jahr massiv zunehmen. Experten warnen für 2018 vor einer regelrechten Zeckenplage. Damit steigt auch das Risiko der Ansteckung mit Krankheiten wie Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose. In Deutschland wurden weitere zehn weitere Landkreise als Risikogebiet ausgewiesen.

 

Diese Mittel helfen vorbeugend gegen Zecken

Bild © Butch / Fotolia

Das frühzeitige Entfernen von Zecken, das zum Beispiel vor Borreliose schützen kann, nützt bei FSME leider nichts. Mensch und Hund sind gleichermaßen gefährdet. Umso wichtiger ist ein vorbeugender Zeckenschutz.

Bei Hunden helfen eine Reihe von "Spot-on" Präparaten bzw. mit Chemie behandelten Halsbändern. Im Test von 2017 der österreichischen Verbraucherzeitschrift "konsument.at"  bekamen die sanften Mittel leider keine besonders guten Bewertungen. Wirksamer waren  stärkere chemische Präparate, die genau dosiert eingesetzt werden sollten. Der Testergebnisse können nur kostenpflichtig abgerufen werden. Doch der schweizeriche SRF berichtet über hilfreiche Produkte aus dem Test, die zum Teil auch in Deutschland erhältlich sind.

Die Stiftung Warentest hat Zecken-Abwehrsprays für Menschen getestet. Wichtig ist dabei die Konzentration des Wirkstoffs, die nicht in jedem Präparat gleich hoch ist. Genauso wichtig ist allerdings auch das richtige und flächendeckende Besprühen unbedeckter Körperteile. Im Test 2017 wurden einige Mittel in der Wirkung als mangelhaft bewertet. Die besten Mittel hingegen konnten Zecken mindestens fünf und zum Teil bis zu acht Stunden abhalten.

Zu den Mitteln mit relativ zuverlässigem Schutz gehörten unter anderem Sprays wie "Autan Protection Plus" sowie auch günstigere Produkte, z.B. Rossmann Zeckito Classic" ( alle Test-Ergebnisse kostenpflichtig online abrufbar test.de/zeckenmittel).

Umweltverträgliche Alternative, ohne Chemie und meist rechtzeitig: Direkt nach dem Spaziergang Mensch und Hund gründlich absuchen, solange die Zecken noch auf der Suche nach einem gemütlichen Plätzchen sind.

 

Neue Gebiete - FSME-Gefahr nicht mehr nur im Süden Deutschlands

  • Große Teile von Bayern und Baden-Württemberg gelten schon länger als Risikogebiete.
  • Doch immer öfter sind auch Gebiete weiter nördlich und im Osten Deutschlands betroffen. Einzelfälle von FSME-Erkrankungen werden bis nach NRW, Niedersachsen, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern gemeldet. Zudem scheint die FSME-Gefahr langsam auch von den ländlichen Gebieten in Richtung Städte zu "wandern".

In Landkreisen, in denen sich Verdachtsfälle häufen, werden vom Robert-Koch-Institut (RKI) offiziell als neue FSME-Risikogebiete ausgewiesen. In der neuesten Einschätzung sind allein in Deutschland zehn neue Kreise hinzugekommen. Unter anderem auch im Osten Deutschlands.

  • In Thüringen gelten nun der Ilm-Kreis und der Stadtkreis Suhl als gefährdet.
  • In Sachsen sind neben dem bereits ausgewiesenen Vogtlandkreis  wurde, kommen nun der Erzgebirgskreis, Bautzen und Zwickau hinzugekommen.
  • In Bayern wurden vom RKI die Kreise München, Günzburg, Starnberg, Weilheim-Schongau und  Augsburg  ausgewiesen.
    Bundesweit finden sich jetzt 156 Kreise mit erhöhten FSME-Risiken (siehe unten stehende Landkarte).
  • Neben Bayern gelten weiterhin vor allem Baden-Württemberg, Südhessen und das südöstliche Thüringen als weitere Risikogebiet.
  • Weitere Gefahrenpunkte liegen unter anderem in Mittelhessen (Marburg-Biedenkopf) in Rheinland-Pfalz (Birkenfeld) und im Saarland (Saar-Pfalz-Kreis).

Urlaub mit Hund: FSME-Risikogebiete außerhalb Deutschlands

Bild: Symbolbild - Hund im Wald kaut auf einem Stock

Nicht nur Spaß im Wald © laszlolorik/ Fotolia

Das Infektionsrisiko in europäischen Ländern besteht oftmals speziell in bestimmten Regionen, kann aber auch dort lokal sehr unterschiedlich sein. So sind beispielsweise viele höhere Bergregionen durch die kalten Winter im Sommer in der Regel zeckenfrei. In flacheren und waldreichen Regionen ist das Risiko hingegen höher. Für eine Reihe klassischer Reiseländer besteht in Teilen ein FSME Risiko, z.B. in kleineren Teilen von Dänemark und Schweden.

In weit größeren Teilen gilt das aber auch für

  • die Schweiz
  • Österreich
  • Tschechien
  • Slowakei
  • Slowenien
  • und Teilen von Norditalien.

 

Konkrete FSME-Gefahrenen und mögliche Impfungen

Für Hunde gibt es bisher noch keine Impfung gegen FSME. Hunde scheinen nach einer Infektion aber auch seltener als Menschen Symptome auszubilden. Trotzdem sollte bei unklaren Symptomen ein Tierarzt aufgesucht werden, denn klinische FSME-Fälle haben speziell bei großen Hunderassen unbehandelt auch schon zum Tod einzelner Hunde geführt. Umso wichtiger ist das Vorbeugen mit Abwehr-Sprays und durch das gründliche Absuchen nach Spaziergängen.

Beim Menschen kann der Verlauf einer Infektion sehr unterschiedlich sein. Manchmal bleibt ein Infekt unbemerkt, in anderen Fällen löst das FSME-Virus bei Menschen in der ersten Phase einen Infekt mit Symptomen ähnlich zu einer Sommergrippe aus. Bei einem Teil der Infizierten wird dann allerdings das zentrale Nervensystem vom Virus befallen. Eine Hirnhautentzündung und auch weitere Komplikationen bis hin zur Rückenmarksentzündung sind möglich.

In der Regel sind drei Impfungen notwendig, um den vollen Impfschutz zu erreichen. Nach der ersten Impfung wird die zweite Dosis ein bis drei Monate später verabreicht. Die dritte Impfung ist meist neun bis zwölf Monate nach der zweiten Impfung nötig.

Daten, Grafiken und Antworten zu häufigen Fragen rund um die FSME-Impfung bietet die Website des Robert-Koch Instituts.

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